Personen im Kontext

Diese Ausstellung stellt Hubert Ritter in den Kontext seiner Zeit: vergleichbare Stadtbauräte der Weimarer Republik und seine Vorgänger im Amt des Stadtbaurats Leipzig.

Stadtbauräte der Weimarer Republik

Martin Wagner

Martin Wagner

Stadtbaurat Berlin (1926–1933)
1885–1957

Stadtbaurat von Groß-Berlin ab 1926, zuständig für Bau und Unterhaltung öffentlicher Gebäude und die Stadtplanung. Wagners Vorstellung, den Wohnungsbau durch gemeinwirtschaftliche Betriebe zu rationalisieren, stieß auf Widerstand in Berliner Wirtschaft und Verwaltung. Zusammen mit Bruno Taut schuf er die Hufeisensiedlung in Berlin-Britz (1925–1929), Symbol einer neuen Gemeinschaft.

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Fritz Schumacher

Fritz Schumacher

Oberbaudirektor Hamburg (1909–1933)
1869–1947

Schumacher sah die wichtigste Aufgabe nicht im Entwerfen einzelner Gebäude, sondern in der einheitlichen Leitung des gesamten öffentlichen Bauwesens. 1909–1933 entstanden unter seiner Leitung Verwaltungs- und Justizbauten, Museen, mehr als 30 Schulen sowie rund 65.000 Wohnungen. Der bevorzugte Rohziegel bildete ein festes Band zwischen den ‚Hamburger Staatsbauten'. Mit der Jarrestadt (1926–1930) entstand die größte Siedlung des Neuen Bauens in Hamburg.

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Ernst May

Ernst May

Hochbaudezernent Frankfurt (1925–1930)
1886–1970

Unter der Marke ‚Das Neue Frankfurt' entwickelte May, mit ähnlicher Machtfülle wie Hubert Ritter ausgestattet, gestützt auf ein Team von Architekten und Künstlern ab 1925 ein umfassendes Programm zur Stadterneuerung. Im Zentrum standen durchgrünte Siedlungen mit Infrastruktur. In nur fünf Jahren wurde Frankfurt zu einem Zentrum der modernen Architektur. Die 1927–1929 erbaute Römerstadt bietet 1.220 Wohnungen im Tal der Nidda.

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Leipziger Vorgänger von Hubert Ritter

Hugo Licht

Hugo Licht

Stadtbaurat Leipzig (1879–1896)
1841–1923

1879 übernahm Hugo Licht die Leitung einer neuen Hochbauabteilung. Ab 1880 errichtete er öffentliche Gebäude, die Leipzig den Charakter einer modernen Großstadt verliehen: Grassimuseum (heute Stadtbibliothek), Konservatorium, Markthalle, Schlachthof und Städtisches Kaufhaus. 1896 wurde er freigestellt und als Privatarchitekt mit dem Bau des Neuen Rathauses beauftragt – dem architektonischen Höhepunkt und Endpunkt des Leipziger Historismus.

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Otto Wilhelm Scharenberg

Otto Wilhelm Scharenberg

Stadtbaurat Leipzig (1897–1915)
1851–1920

1897 neben Licht als zweiter Stadtbaurat ernannt. Zuvor hatte er sich als Bauleiter beim Neubau des Reichsgerichts in Leipzig einen exzellenten Ruf erworben. Unter seiner Leitung erreichte die kommunale Bautätigkeit ihren größten Umfang: Krankenhaus St. Georg, Heilanstalt Dösen, Kapellenanlage auf dem Südfriedhof, das Stadtbad mit der ersten Hallen-Wellenanlage Europas sowie zahlreiche Schulen. 1915 trat Scharenberg in den Ruhestand.

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Carl James Bühring

Carl James Bühring

Stadtbaurat Leipzig (1915–1924)
1871–1936

Als Nachfolger Scharenbergs 1915 berufen. Während des Ersten Weltkriegs beschäftigte er sich mit Entwürfen für die Nachkriegszeit. Den kommunalen Wohnungsbau sah Bühring ab 1919, etwa bei der Weidenhofsiedlung in Mockau, vor allem als städtebauliche Aufgabe. Er versuchte, den Ziegelbau in Leipzig populär zu machen. 1924 mit der Mehrheit linker Stimmen abgewählt und übernahm als Privatarchitekt die Ausgestaltung des Leipziger Zoos.

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